Freibadsaison 2020

Der Sommer rückt langsam näher und der Wunsch nach Erfrischung im Freibad ist nachvollziehbar. Trotzdem hat der Magistrat der Stadt Bad Camberg gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer kommunaler Schwimmbadbetreiber im Landkreis Limburg-Weilburg beschlossen, in der Saison 2020 das Freizeit- und Erholungsbad nicht zu öffnen. Die Gründe hierfür wurden im Vorfeld auch einem der Initiatoren einer Unterschriftenliste/Online-Petition mitgeteilt. Die Unterschriftenliste wurde mir nun am 8. Juni überreicht. Von 500 Unterschriften entfallen dabei 72 auf ortsfremde Unterstützer, die teils in der eigenen Kommune ein Freibad haben. Spitzenreiter waren die Nachbarn aus Waldems und Idstein mit zusammen 28 Unterstützern. Auch aus Braunschweig und sogar aus der Schweiz gab es jeweils einen Unterstützer. Ob das jetzt aber wirklich regelmäßige Besucher wären, die mit ihren Eintrittsgeldern zur Minderung der Kosten für die Bad Camberger Steuerzahler beitragen würden?

Das Idsteiner Tournesol verweist mit Stand vom 12. Juni 2020 auf seiner Homepage darauf, dass zwar ab 15. Juni 2020 Schwimmbäder in Hessen wieder geöffnet werden dürften. Gleichzeitig heißt es dort aber auch “ Wir werden erst zu einem späteren Zeitpunkt öffnen, da noch zusätzliche Informationen zu den Vorgaben des Landes Hessen ausstehen“.
Im Klartext: Es wird noch abgewogen, ob unter den zu erwartenden Beschränkungen und auflagendingtem Mehraufwand eine Öffnung (betriebswirtschaftlich) sinnvoll erscheint.

Ich möchte nachfolgend mit dem Text meiner Antwort auf eine Anfrage zur Schwimmbadöffnung gerne noch einmal kurz den Sachverhalt schildern, der meines Erachtens entscheidend und auch nachvollziehbar für die Entscheidung, in 2020 nicht zu öffnen, war:

Sehr geehrter Herr XXX,

der von Ihnen übersandte Zeitungsbericht suggeriert leider, dass eine Öffnung fast unter normalen Bedingungen möglich ist.  
Etwas deutlicher werden die stark eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten aus einem Bericht in der NNP vom 4. Juni 2020 über die Öffnung des Freibades in Birlenbach (Rheinland-Pfalz):

Link zum Bericht: https://www.fnp.de/lokales/limburg-weilburg/diez-ort901855/birlenbach-freibad-soll-juni-wieder-oeffnen-13769510.html .

Der Magistrat der Stadt Bad Camberg hat sich bereits frühzeitig mit dem Thema Freibadsaison 2020 befasst, da bei uns aufgrund des Alters unseres Freizeit- und Erholungsbades alljährlich zu Saisonbeginn Instandsetzungsarbeiten in Höhe von etwa 70.000 – 80.000 € notwendig sind. Diese Arbeiten haben einen zeitlichen Vorlauf von rund zwei Monaten nach Beauftragung.
Bisheriger Stand war, dass durch die Corona-Verordnungen eine Öffnung von Schwimmbädern in Hessen nicht zulässig ist. Wir hätten also unter Umständen 80.000 € unnötig verausgabt, ohne sicher sein zu können, ob überhaupt geöffnet werden darf.

Die nun ab dem 15. Juni 2020 gültige Verordnung ( https://www.hessen.de/sites/default/files/media/nr_31.pdf  ) gibt u. a. folgende Rahmenbedingungen vor:


Anlagenbezogenes Hygiene- und Zugangskonzept, welches auch eine Reinigung der sanitären Anlagen und Umkleideräumlichkeiten in kurzen Intervallen vorsieht und auch eine Überwachung weiterer   Reglementierungen (u. a. räumliche Vorgaben/Begrenzung Besucherzahl) vorsieht.

Einlass von max. einer Person je angefangener für den Publikumsverkehr zugänglicher Grundfläche von 5 m².

Aufenthalt von max. einer Person je angefangener Wasserfläche von 5 m²

Mindestabstand von 1,5 m

Zutritt unter Vermeidung von Warteschlangen.

Für die Hygiene- und Überwachungsmaßnahmen ist zusätzliches Personal unumgänglich.
Das unnötige Infektionsrisiko und die (jetzt bestätigte) Aussicht auf einen nur sehr stark eingeschränkten Betrieb haben im Landkreis Limburg-Weilburg nahezu alle kommunalen Schwimmbadbetreiber zu einer frühzeitigen Absage der Freibadsaison bewogen.

Wie schon weiter oben erwähnt, haben wir zwei Monate Vorlauf, um ggf. das Freizeit und Erholungsbad öffnen zu können.
Wir könnten also vermutlich frühestens Mitte August 2020 öffnen, hätten dann für den kurzen Rest der Badesaison (rd. 4 Wochen?) 80.000 € für Instandsetzung und zusätzlich auch noch erhöhte Personalkosten für Überwachung und deutlich intensivierte Reinigung/Desinfizierung zu tragen.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt hier ganz offensichtlich nicht.
Bevor nun eventuell vorschnell der Vorwurf kommt, der Magistrat der Stadt Bad Camberg würde hier auf Kosten seiner Bürger einfach nur Geld einsparen, möchte ich darauf hinweisen, dass uns der Infektionsschutz so wichtig war, dass wir Schutzmasken im Wert von über 30.000 € unseren Bürgern kostenlos zur Verfügung gestellt haben.
In der Hoffnung, Ihnen die Hintergründe der uns nicht leicht gefallenen Entscheidung verständlich gemacht zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
Jens-Peter Vogel

Das Thema polarisiert und ich kann nachvollziehen, dass ein Sommer ohne Ferienspiele und ohne Freibadbesuche ein Einschnitt gerade für Familien ist, aber unter den gegebenen Umständen halte ich die getroffene Entscheidung dennoch für richtig.

Bleiben Sie gesund!

Aktualisierung vom 15. Juni 2020:
Der Magistrat der Stadt Bad Camberg hat sich in seiner Sitzung am 15. Juni 2020 aufgrund der Unterschriftenliste/Online-Petition sowie den nun geltenden Lockerungen erneut mit der Frage, ob das Freizeit- und Erholungsbad geöffnet werden soll, befasst. Nach angeregter Diskussion und Abwägung unterschiedlichster Argumente wurde die bisherige Entscheidung bestätigt: Das Freizeit- und Erholungsbad bleibt in der Saison 2020 geschlossen. Die Entscheidung ist dem Magistrat nicht leicht gefallen, aber ein Betrieb unter den Corona-Restriktionen (Abstand, Besucherzahl, etc.) wäre auch nicht die Form von Erholung und Entspannung, die man zu Recht mit einem Schwimmbadbesuch verbindet.

Richtige Prioritäten in Corona-Zeiten?

Der oben verkleinert dargestellte Bericht aus der Nassauischen Neuen Presse vom 26. März 2020 oder vielmehr der diesem zugrundeliegende Antrag der CDU-Stadtverordnetenfraktion hat mich dann doch etwas verwundert.

Die Landesregierung schafft gerade mit dem neuen § 51 a der Hessischen Gemeindeordnung eine gesetzliche Grundlage, um Eilentscheidungen statt durch die Stadtverordnetenversammlung vom Haupt- und Finanzausschuss notfalls sogar im Umlaufverfahren beschliessen zu können. Aus der Regelung kann man ableiten, dass ein regulärer Sitzungsbetrieb vom Land Hessen alsbald nicht erwartet wird, man aber notwendige und aus Gründen des öffentlichen Wohls nicht aufschiebbare Entscheidungen ermöglichen will.

Der CDU-Antrag hat zum Ziel, den Magistrat zu beauftragen, Stundungsanträge zur Gewerbesteuer positiv zu bescheiden und weiterhin zu prüfen, inwiefern die Haushaltslage eine Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes zulässt. Ziel sei die Schaffung von Investitionsanreizen für die heimischen Unternehmer.

Hinsichtlich der Stundungsanträge hätte die CDU-Stadtverordnetenfraktion nur einen ihrer Stadträte zur bisherigen Praxis bei Stundungsanträgen befragen müssen.
Dann hätte sie gewußt, dass praktisch immer entsprechend der Leistungsfähigkeit der Schuldner derartigen Anträgen stattgegeben wird.
Hohe bürokratische Hürden sind dabei nicht zu überwinden.

Dieser Teil des CDU-Antrags ist also schlichtweg überflüssig.

Der weitere Wunsch nach einer Prüfung, „inwiefern es die Haushaltslage der Stadt Bad Camberg zulässt, eine Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes anzustreben, um für die heimischen Unternehmen in dieser konjunkturell schwierigen Zeit Investitionsanreize zu setzen“, zeugt von Ignoranz der Zusammenhänge oder aber davon, dass man schlicht populistisch Wahlkampf betreiben will.

Neben dem Gewerbesteuerhebesatz (in Bad Camberg derzeit 380 %, im benachbarten Idstein 420 %) ist für die Festsetzung der Gewerbesteuer der Gewinn oder Ertrag eines Gewerbes der entscheidende Faktor.
Wer also, was im Corona-Jahr 2020 bei vielen Betrieben zu erwarten ist, Verluste einfährt, zahlt ohnehin keine Gewerbesteuer. Der Hebesatz ist in diesen Fällen vollkommen irrelevant.

Auch bei den Betrieben, die noch Gewinne einfahren, dürfte der mögliche Anreiz durch Steuersenkungen kaum so hoch ausfallen, dass sie dann verstärkt am Standort investieren, sonst hätten sie das vermutlich auch schon vor Corona getan.

Haushaltslage und Gewerbesteueraufkommen sind untrennbar miteinander verbunden. Geht es dem Gewerbe schlecht, leidet auch die Stadt.
Für das Haushaltsjahr 2020 hat die Stadt nach dem auf der Homepage einsehbaren Haushaltsplan 8.500.000 € an Gewerbesteuern erwartet. Für die Spielapparatesteuer sind weitere 750.000 € in 2020 prognostiziert.
Es bedarf kaum hellseherischer Fähigkeiten, um hier schon jetzt einen eklatanten Einbruch vorherzusehen. Ein Nachtragshaushalt wird unvermeidbar sein.
Man kann der CDU ohne Zweifel einen Einblick in diese Zusammenhänge zugestehen.
Damit ist dann aber auch sehr transparent, dass ihr Antrag eigentlich nur dem eigenen Wahlkampf für die Kommunalwahl 2021 dient und sicherlich keiner Eilentscheidung bedarf.

Ich bin gespannt, wie sich die CDU positioniert, wenn ein Bad Camberger Gewerbebetrieb eine größere Gewerbefläche zur Stärkung seines Standortes sucht.
In sehr naher Zukunft steht genau das an.

Fazit nach erster Woche unter Corona-Einschränkungen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir haben nun bereits die erste Woche mit den Corona-bedingten Einschränkungen hinter uns gebracht. Schulen und Kindertagesstätten stehen nur noch für eine Notbetreuung zur Verfügung.
Die bisher geringe Anzahl an Kindern in den Kitas lässt den Schluß zu, dass nicht alle, die einen Anspruch auf Betreuung hätten, diesen auch nutzen.
Hierfür ein Dank an alle, die erkennbar das Gemeinwohl vor die eigenen Interessen gestellt haben.
Eine größere Kinderzahl in der Notbetreuung ginge einher mit einem größeren Infektionsrisiko. Insofern ist es eigentlich auch im eigenen Interesse, Kinder nicht in die Notbetreuung zu schicken.
Unser Personal in den Kitas steht vor keiner leichten Aufgabe und ist täglich einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt. Nicht auszudenken, wenn es hier jetzt zu Ausfällen durch Quarantäne oder gar Infektion käme.

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die jetzt ihren Dienst in der Kita versehen. Ihr seid eine wichtige Stütze unserer Gemeinschaft.

Die Frage, wie denn jetzt mit den Kita-Beiträge für Kinder unter 3 Jahren verfahren wird, läuft mittlerweile verstärkt in der Stadtverwaltung auf.
Ich gehe davon aus, dass der Magistrat einer vorläufigen Aussetzung des Einzugs der Kita-Beiträge für die Dauer der Corona-bedingten Schließungen zustimmen wird, bis die Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung in der Sache getroffen hat.
Die Fraktionsvorsitzenden der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien haben aber bereits signalisiert, dass man einem vollständigen Verzicht zuzustimmen gedenkt.


Generell habe ich das Gefühl, dass alle Fraktionen erfreulich an einem Strang ziehen und parteipolitische Differenzen aktuell zurückgestellt werden.
Auf Bürgermeisterebene funktioniert das übrigens schon immer ähnlich, da uns über Parteigrenzen hinweg das gemeinsame Ziel verbindet, das Optimum für unsere Kommunen zu erreichen.
Aktuell sind alle Bürgermeister im Landkreis Limburg-Weilburg über eine WhatsApp-Gruppe im steten und vor allem kurzfristigen Informationsaustausch.
Dies hat auch zur Folge, dass in den Kreiskommunen recht einheitlich verfahren wird.
Wir alle müssen jetzt eine schwere Zeit durchstehen, deren Dauer noch offen ist.
Wenn sich alle an die Regeln und Verbote halten, trägt das zur Kürzung der Dauer bei.
Ich habe Verständnis dafür, dass man nach den Wintermonaten jetzt den Sonnenschein genießen und sich mit Freunden treffen wil, aber das geht derzeit nun mal nicht.

Zahlreiche Veranstaltungen und Feste sind schon abgesagt, weitere werden folgen.


Vielleicht schaffen wir es ja, nach Beendigung der Krise eine Art Stadtfest als Ersatz zu organisieren?

Regelmäßige Infos rund um das Thema Corona finden Sie auf der städtischen Homepage (http://www.bad-camberg.de) und auf den städtischen Präsenzen in den sozialen Netzwerken.

Eine Einkaufs-/Nachbarschaftshilfe ist seit letzter Woche in der Entstehung. Mein Ziel ist hierbei eine Bündelung verschiedener Initiativen. Evangelische und katholische Kirche und die Stadtjugend- und Seniorenpflege sind am Thema dran.
Bei den örtlichen Supermärkten wurde auch bereits angefragt, ob für Risikogruppen gegebenenfalls besondere Öffnungszeiten eingerichtet werden. Nach den bisherigen Rückmeldungen ist dies nicht geplant.

Was eigentlich nur ein kurzer Text werden sollte, ist jetzt doch recht lang geworden.

Beachten Sie bitte im eigenen Interesse die Regeln zur Eindämmung der weiteren Virus-Verbreitung und bleiben Sie vor allem gesund!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Jens-Peter Vogel

„Gemeinsam gegen das Corona-Virus – gemeinsam für unsere Gesundheit!“

Solidarität in unserer modernen Gesellschaft ist das Wichtigste, was wir derzeit brauchen. In einer so schwierigen Zeit mit einer gänzlich neuen Herausforderung durch das Corona-Virus sind wir alle angehalten, uns noch stärker solidarisch untereinander zu verhalten. Wir müssen diejenigen schützen, welche durch das Corona-Virus am stärksten gefährdet sind. Wir müssen uns auf die Menschen fokussieren, die den Risikogruppen angehören, also die Alten, die Kranken und die bereits Geschwächten. Dafür müssen wir nun die nächsten Wochen alles tun. Aus Solidarität und Rücksichtnahme. Und um Leben zu retten!

Daher fordern wir alle Bürgerinnen und Bürger auf: Halten Sie sich bitte an die aktuellen Verordnungen und Regeln. Vermeiden Sie den Kontakt mit Menschen und Ansammlungen von mehr als 2 Personen im öffentlichen Raum. Auch im privaten Bereich ist es wichtig, sich zu schützen und auf Abstand zu gehen. So schwer es uns auch fallen mag, aber nur so können wir bald wieder unser privates und öffentliches Leben so genießen, wie wir es gewöhnt sind. Je ernster wir die Gesamtsituation jetzt nehmen, umso früher können wir wieder zur Normalität zurückkehren.

Deshalb: Nehmen Sie aufeinander Rücksicht und passen Sie auf sich auf.

Und vor allem: Bleiben Sie gesund!

Ihre Bürgermeisterin und Bürgermeister des Landkreises Limburg-Weilburg

Peter Blum                         Waldbrunn

Michael Franz                   Beselich

Frank Groos                       Brechen

Dr. Marius Hahn              Limburg

Dr. Johannes Hanisch    Weilburg

Bernd Hartmann             Selters

Andreas Höfner               Dornburg

Oliver Jung                         Merenberg

Horst Kaiser                       Elz

Mario Koschel                   Weilmünster

Michel Kremer                 Runkel

Joachim Lehnert              Elbtal

Jörg Lösing                         Weinbach

Matthias Rubröder         Villmar

Michael Ruoff                   Hadamar

Silvia Scheu-Menzer      Hünfelden

Dr. Frank Schmidt           Löhnberg

Thomas    Scholz                  Mengerskirchen

Michael Stanke                                Limburg

Jens-Peter Vogel            Bad Camberg

Vorbeugende Maßnahmen gegen schnelle Ausbreitung des Corona-Virus

Mit der landesweiten Schließung der Schulen und Kindertagesstätten haben die einschneidenden Maßnahmen gegen eine weitere schnelle Ausbreitung des Corona-Virus nun auch Hessen erreicht.
Als Stadtverwaltung waren wir in Bad Camberg darauf vorbereitet und haben die Kita-Leitungen bereits vorher gebeten, Informationsketten für den nun eingetretenen Fall zu bilden, damit sich die Eltern darauf einstellen können, dass nur noch eine Notbetreuung erfolgt.

Ab Montag, 16. März 2020, startet die Notbetreuung für Kinder, deren Eltern aufgrund ihres Berufes für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung unabdingbar sind.
Dazu zählen medizinisches und Pflegepersonal ebenso wie Rettungskräfte, Polizei und Justiz. Auch ehrenamtliche Einsatzkräfte z. B. bei unseren Feuerwehren oder den Rettungsdiensten können im Bedarfsfall auf die Notbetreuung zurückgreifen.

Wir hoffen, dass die letztgenannten Einsatzkräfte nicht gefordert werden, müssen aber für den Notfall deren uneingeschränkte Einsatzbereitschaft gewährleisten.
Dies dient unser aller Sicherheit.
Insofern hoffe ich persönlich, dass Sie Verständnis für eine differenzierte Behandlung bei der Notbetreuung aufbringen.

Mancherorts hört man von Initiativen, auf Privatebene eine Betreuung zu organisieren. Soweit dies größeren Umfang annimmt und über eine Art Nachbarschaftshilfe hinausgeht, sehe ich das bedenklich.
Es würde damit nämlich der Sinn und Zweck der Kita-Schließungen, Sozialkontakte und damit Virenausbreitung zu minimieren, unterwandert.

Kontakte zur Stadtverwaltung können in den meisten Fällen über Telefon- und E-Mail-Korrespondenz abgewickelt werden.
Stellen Sie sich bitte darauf ein, dass vermutlich bereits ab Montag, 16. März 2020, nur noch bereits vereinbarte und nicht mehr absagbare Kundentermine wahrgenommen werden und die Stadtverwaltung ansonsten grundsätzlich für den Publikumsverkehr geschlossen wird.
Ausnahmen werden im Einzelfall geprüft.

Die rasche Virusausbreitung insbesondere in Italien ist offenkundig darauf zurückzuführen, dass man nicht rechtzeitig restriktive Gegenmaßnahmen ergriffen hat. Wir sind nun immerhin in der Lage, aus diesem Fehler zu lernen. Temporäre Unannehmlichkeiten durch als vielleicht überzogen empfundene Maßnahmen sind immer noch ein kleineres Übel als die unter Umständen schwerwiegenden Folgen einer Infektion.

Wenn zwei das Gleiche tun, so ist das nicht dasselbe

Dieses altbekannte Sprichwort kam mir sofort in den Sinn beim Lesen der heutigen Nassauischen Neuen Presse. In einem Leserbrief äußert sich der Würgeser Ortsvorsteher Klaus Wagner (CDU) wie folgt:
„Entgegen der Darstellung im Bericht kritisieren wir Herrn Bürgermeister Vogel nicht, weil er „hätte stärker gegen die Schließung angehen sollen“, da uns die Reichweite seines Amtes in diesem Punkt sehr wohl bewusst ist. Vielmehr haben wir uns verwundert gezeigt, dass der Bürgermeister in der Presse sein Verständnis für die Schließung der Bankfiliale zum Ausdruck bringt.“
Mit diesem Leserbrief hat die CDU offensichtlich Ihre eigene Pressemitteilung etwas abgemildert, da vermutlich erste Reaktionen darauf das Ganze als das enttarnt haben, was es tatsächlich wohl auch sein sollte: Missbrauch der leider unumstösslichen Schließung der Naspa-Filiale für einen Seitenhieb auf den Bürgermeister.
Noch deutlicher wird das bei Betrachtung der zeitlichen Abläufe.
Mitte September 2019 wurde ich zunächst telefonisch von der Naspa über die beabsichtigte Schließung Ende November 2019 informiert und habe auch umgehend den Würgeser Ortsvorsteher darüber sowie auch das in dieser Sache mit der Naspa für den 15. Oktober terminierte Gespräch informiert.
Im Gespräch hat Herr Gunter Schmitz von der Naspa die Inanspruchnahme von Filiale und auch Geldautomat dargelegt, die demnach dermaßen gering ist, dass ein Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht vertretbar und eigentlich auch nicht erforderlich erscheint.
Diese Entscheidung bedauere ich, kann sie aber durchaus nachvollziehen. Ein kleiner Trost ist dabei die Tatsache, dass sich in etwa 100 m Entfernung Filiale und Geldautomat eines anderen Geldinstitutes befinden.
Dass sich die CDU nun erst (praktisch zwei Monate später) des Themas annimmt, könnte ich verstehen, wenn sie nicht gleich von Anbeginn an durch mich unterrichtet worden wäre. Diese Info ist aber nachweislich am 16. September 2019 per E-Mail von mir an Herrn Ortsvorsteher Wagner und von diesem am selben Tag an die übrigen Ortsbeiratsmitglieder weitergegeben worden.
Wohlüberlegte Entscheidungen zu einem weiteren Vorgehen brauchen sicher Zeit, wenn nun aber erst mittlerweile rund drei Monate nach Bekanntwerden der geplanten (und jetzt erfolgten) Schließung eine Reaktion erfolgt, ist für mich die Hauptintention nicht mehr die Rettung der Naspa-Filiale.
Ein Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Rühl in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hat aufgezeigt, dass die CDU durchaus mit zweierlei Maß misst. Der Haushaltsansatz für das erst in diesem Jahr eingeführte E-Carsharing sollte demnach für 2020 gestrichen und die Verträge für die beiden Fahrzeuge umgehend gekündigt werden, da es nicht kostendeckend sei. Kommunale Vorbildfunktion für alternative Antriebe, mögliche positive Auswirkungen auf die innerstädtische Luftverschmutzung unserer noch durch die B 8 stark belasteten Kurstadt, der Service für Kurgäste und Einwohner ohne eigenes Kraftfahrzeug oder ähnliche nicht monetär bezifferbare Vorteile scheinen bei der CDU in eine Bewertung nicht eingeflossen zu sein, vielmehr hat man analog zur Naspa einfach die Zahlen entscheiden lassen.
Diese Vorgehensweise teile ich nicht, kann sie aber respektieren, wenn man es denn anderen (hier der Naspa) auch zugestehen würde.
Persönlich sehe ich das differenzierter. Ein Geldinstitut ist ein Wirtschaftsunternehmen und muss das Handeln dementsprechend so ausrichten, dass es am Markt bestehen kann. Ungeachtet dessen geben unsere regionalen Geldinstitute durch Zuschüsse an Institutionen und Vereine auch einiges zurück.
Eine Partei hingegen sollte sich nicht allein der Gewinnmaximierung sondern insbesondere auch dem Wohl der Menschen verpflichtet sehen. Das Zusammenspiel dieser Komponenten macht es aus.

Status quo Erbacher Kita

In der Presse waren in jüngster Zeit verschiedene Darstellungen über das Nichtzustandekommen einer Kooperation zwischen Katholischer Kirchengemeinde Bad Camberg und Stadt für den Neubau der Erbacher Kindertagesstätte zu lesen.
Teilweise wurden damit (bewusst?) Ängste geschürt, die aber unbegründet sind.
Die politischen Gremien haben meines Erachtens nachvollziehbar entschieden und damit das weitere Vorgehen der Verwaltung bestimmt.
Wir werden nun alle Kraft daran setzen, dass ein Neubau ohne zeitliche oder qualitative Rückschritte entsteht.
Sichtweise und Perspektive der Stadtverwaltung sind in dem nachfolgenden Brief an die Elternschaft der Erbacher Kindertagesstätte dargestellt (Zum Lesen bitte anklicken).

Das erwartet uns 2019

Das Jahr 2018 liegt jetzt hinter uns, ich möchte die Gelegenheit nutzen, einen kleinen Ausblick auf einige Maßnahmen zu geben, die uns im neuen Jahr beschäftigen werden.
Die Brandschutzsanierung im Bürgerhaus Kurhaus Bad Camberg läuft weiter und führt nach der Faschingssaison zu größeren Einschränkungen für Veranstaltungen, da der Saal bis in den Herbst hinein nicht zur Verfügung stehen wird. Bei der Planung regelmäßiger Veranstaltungen wurde dies bereits berücksichtigt, so dass z. B. die Kurkonzerte teilweise in der Hohenfeld-Klinik stattfinden. Ansonsten werden verstärkt auch Veranstaltungen in den Bürgerhäusern unserer Stadtteile stattfinden (müssen), dafür steht dann aber mit Abschluss der Arbeiten im Kurhaus wieder eine Räumlichkeit auf neuestem Sicherheitsstandard zur Verfügung.

Leider hat sich der Pächter des Kurhaus-Restaurants entgegen seiner ursprünglichen Absicht für die Beendigung des Pachtverhältnisses entschieden. Neben den baulichen Neuerungen wird also auch der Restaurant-Betrieb in neue Hände gelegt werden müssen. Ich glaube nahezu alle Gäste teilen meine Meinung und bedauern diese Entscheidung.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an die Familie Tomic für die jahrelange Zusammenarbeit im Kurhaus Bad Camberg.

In unmittelbarer Nachbarschaft neben dem Alten Rathaus startet im Frühjahr der Bau der Fußgängerbrücke über die Kurparkschlucht. Plangemäß im Herbst 2019 soll dann erstmals ein barrierefreies Überqueren der Schlucht möglich sein. Generell für Bad Camberger Kurgäste und Bürger ein erheblicher Komfortgewinn, für viele in ihrer Beweglichkeit Eingeschränkte überhaupt erst eine Möglichkeit mit vertretbarem Aufwand vom Kurgebiet in die Altstadt und retour zu gelangen.

In der Nähe zur Medical-Park-Klinik wird ein Hotelneubau Gestalt annehmen, der Grundstücksverkauf an den Investor ist beschlossen und bereits in Abwicklung. Zukünftig werden dort rund 100 Zimmer/200 Betten für Gäste bereit stehen.

Damit einher geht dann der schon lange geplante Ausbau der Wasserfläche Krimmelbach. Im Zuge dessen wird dort auch ein Barfußpfad realisiert. Hotelneubau und Anlage der Wasserfläche in zeitlicher Nähe geben anschließend dann auch endlich einem angemessenen Straßenausbau Sinn, da nicht mehr mit Beschädigungen durch Baustellenverkehr zu rechnen ist. Für die Kindertagesstätten stehen Neubau (Erbach) bzw. Planung von Erweiterungsbauten (Würges und Oberselters) an.

Im Gewerbegebiet an der Beuerbacher Landstraße soll bis zum Jahresende die neue Produktionsstätte der Firma Brita fertiggestellt sein. Zukünftig werden dort auf knapp vier Hektar Fläche rund 100 neue Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

Allen Maßnahmen gemein ist, dass es während der Umsetzung unvermeidlich zu spürbaren Beeinträchtigungen kommen wird. Seitens der Stadtverwaltung und ich denke auch von den ausführenden Firmen wird versucht, diese so gering wie möglich zu halten. An dieser Stelle möchte ich bereits vorab bei den Betroffenen um Verständnis bitten.

Weitere Themen, die uns in 2019 begleiten (und sicher zukünftig Gegenstand gesonderter Berichte) werden, sind die neu gegründete Hospizhilfe Goldener Grund   und auch ein E-Car-Sharing von zunächst zwei Elektrofahrzeugen in Bad Camberg.

 

 

 

 

 

 

Auch für die Zukunft des Freizeit- und Erholungsbades werden in diesem Jahr die Weichen gestellt.

Für das neue Jahr wünsche ich uns allen Gesundheit, beruflichen und privaten Erfolg sowie die Erkenntnis, dass nicht immer alle Wünsche sofort und in vollem Umfang umgesetzt werden können.
Wunder dauern halt manchmal etwas länger. 🙂