Mein neuer Führerschein…

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Manche werben auf Plakaten mit Schulwegsicherung in eigener Sache, andere unterstützen sie aktiv.

Die neuen Erstklässler haben ihre ersten Schulwochen jetzt hinter sich und so langsam klingt bei den meisten Eltern auch die Phase aus, in der man den Nachwuchs noch auf dem Schulweg begleitet.
Für Christian Lottermann war dies wieder einmal Anlass, in Absprache mit Schulleiterin Frau Sandner ein Schulwegtraining mit „Fußgänger-Führerschein“ für die ABC-Schützen anzubieten.
Als Fahrlehrer und Vater einer Grundschülerin ist er praktisch doppelt involviert und hat in den vergangenen Jahren stets positive Rückmeldungen auf das Schulwegtraining erhalten. Schulleitung sowie auch Lehrerinnen und Lehrer begrüßen ausdrücklich dieses Engagement. Christian hatte mir schon bei den diesjährigen Ferienspielen angeboten, ihm bei der Schulung zu assistieren und anschließend auch einen kleinen Bericht darüber zu schreiben.
Die Schulungen beginnen immer mit einem kleinen Theorieabschnitt im Klassenraum.
Den Kindern werden dabei die wichtigsten Verkehrszeichen und die daraus folgenden Verhaltensweisen erklärt.
Natürlich wird alles kindgerecht vermittelt und eine Art Frage- und Antwortspiel weckt die Neugier der Kinder.

Unmittelbar darauf folgt der praktische Teil mit einem gemeinsamen Spaziergang. Erste Station ist ein auf dem Gelände der Bad Camberger Feuerwehr abgestellter LKW.
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Christian Lottermann hat das Fahrzeug in einigen Bereichen mit rot-weißem Trassierband präpariert. Damit soll gezeigt werden, was unter dem „Toten Winkel“ zu verstehen ist. Den Kindern wird so am praktischen Beispiel vermittelt, dass sie der LKW-Fahrer in bestimmten Bereichen trotz größter Aufmerksamkeit nicht sehen kann.
Beim Weitermarsch über einen Parkplatz wurden die Kinder dafür sensibilisiert, auf rückwärtsfahrende Autos zu achten, da sie von deren Fahrern auch leicht übersehen werden können. So weiß jetzt jedes Kind, dass ein leuchtendes weißes Licht am Heck des Autos signalisiert, dass rückwärts gefahren wird.
Nach einigen Straßenquerungen zum Einüben des „Links-rechts-links-Schauens“ gelangt die Schulklasse schließlich am Ärztehaus in der Pommernstraße an. Dort wird nach einer weiteren Straßenquerung, nun aber mit Fußgängerampel, der Rückweg angetreten. Man spürt den kleinen Verkehrsteilnehmer schon eine gewisse Erschöpfung und vor allem das Nachlassen der Konzentration an. Die letzte Hürde, den Zebrastreifen in der Pommernstraße, überwinden dennoch alle.
Im Klassenzimmer übergibt Christian Lottermann schließlich Fußgängerführerscheine für alle Kinder an die Klassenlehrerin Frau Rehm.  Der Lehrerin obliegt nun die Aufgabe, das Vermittelte im Rahmen der Möglichkeiten zu wiederholen und soweit zu vertiefen, dass alle Kinder sichere Verkehrsteilnehmer werden. Eine anspruchsvolle und nicht leichte Aufgabe. Gleichermaßen dazu aufgerufen und hauptverantwortlich sind natürlich die Eltern.
Nur ein stetes Training führt zum Erfolg.
Als erfolgreicher Teilnehmer habe ich natürlich auch einen Fußgänger-Führerschein erhalten.  🙂
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Trotz der Erfahrungen mit Grundschülern bei den Ferienspielen war es für mich interessant zu sehen, wie sich Kinder in der Schule verhalten und welche Anforderungen der Unterricht an Lehrerinnen und Lehrer stellt.
Insgeheim musste ich an das Hüten eines Sacks voller Flöhe denken…

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Bad Sodener Zeitung vom 7. August 2002

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Thema Schulwegsicherung ist mir durch meine frühere Tätigkeit als Ordnungsamtsleiter vertraut und als Vater dreier Töchter immer wichtig gewesen.

Übrigens wird sich die Bad Camberger Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung mit dem Thema Schulwegpläne befassen. Schulwegpläne zeigen auf, wie man möglichst sicher vom Elternhaus zur Schule gelangt und sollten deswegen regelmäßig aktualisiert werden (Stichwort Neubaugebiete) und auch den Eltern zur Verfügung stehen und bekannt sein.
Ein schönes Beispiel, wie so etwas aussehen kann und auch verfügbar sein sollte, sieht man bei der Gemeinde Grävenwiesbach.
Zwar ist die Erstellung solcher Pläne nicht Angelegenheit der Stadtverwaltung, aber von dort kann und sollte die Sache angestoßen werden.

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