Ladensterben? NEIN DANKE!

Das Ladensterben im Innenstadtbereich ist ein Thema, das für viele Kleinstädte aktuell ist. Ein allgemeingültiges Rezept, wie dem begegnet werden kann, gibt es nicht. Meines Erachtens ist es eine Vielzahl kleiner Maßnahmen, die in ihrer Gesamtheit unter Umständen gegenwirken können. Ich möchte hier beispielhaft mögliche Ansätze auflisten. Einiges davon resultiert direkt aus Gesprächen mit Camberger Bürgerinnen und Bürgern:

  • Aufeinander abgestimmte (zumindest in einem Kernbereich deckungsgleiche) Öffnungszeiten
  • Wiederansiedlung eines Wochenmarktes mit mehr als 1-2 Ständen auf dem Marktplatz (nicht Grüner Platz!)
  • Eventuell Etablierung eines „Regionalwarenladens“, welcher vorwiegend durch Marktbeschicker beliefert wird, aber auch ein Grundsortiment für den täglichen Bedarf hat. Quasi eine Markthalle im Kleinformat.
  • Postagentur im Altstadtbereich (Aufgrund wenig attraktiver Vertragskonditionen der Post schwer umsetzbar)
  • Förderung der Kundenidentifikation mit dem Altstadteinzelhandel z. B. durch Leinen-Einkaufstaschen mit Aufdruck nach Art von „Ich rette die Altstadt“ oder „Anerkannter Altstadtförderer“.
  • Stadtpläne mit eingezeichneten Geschäften/Gastronomiebetrieben an den Zugangsbereichen zum Stadtkern. Im Zeitalter des Smartphones kann dies natürlich auch digital über eine App erfolgen, die zusätzlich von den Gewerbetreibenden mit aktuellen Informationen/Angeboten „gefüttert“ werden kann. Praktisch eine Art Audioguide.
  • Neben den hinlänglich bekannten großen Festen vielleicht auch einmal nur ein kleines Rahmenprogramm mit Straßenmusikanten, Gauklern, etc.
  • Anreiz zum regelmäßigen Innenstadtbesuch schaffen. So kenne ich beispielsweise eine Stadt, in der allwöchentlich in einem Anzeigenblättchen ein Foto aus der Fußgängerzone veröffentlicht wird, auf dem eine Person nach Zufallsprinzip umrahmt ist. Der oder die Betreffende kann sich dann bei der Zeitung einen Einkaufsgutschein abholen. Im Zeitalter der Webcams ließe sich etwas Vergleichbares sicher auch in Bad Camberg umsetzen. Der Besucherzahl der Innenstadt ist das sicher nicht abträglich und auch die betreffende Zeitung wird dann evtl. intensiver gelesen.
  • Gegebenenfalls E-Bike-Verleih an Tourist-Info (Über Werbung finanzierte E-Bikes?)
  • Ladestationen für E-Bikes
  • Soofa-Parkbänke mit WLAN und Lademöglichkeit für Smartphones und dergleichen
  • Bonus-System Parktickets bei Einkauf in der Altstadt
  • Bessere ÖPNV-Anbindung auch der Stadtteile Dombach, Oberselters und Schwickershausen. Finanzierbarkeit durch innovative Ideen, die gefördert werden, ermöglichen. Ein schönes Beispiel liefert die Gemeinde Baiersbronn mit ihrem „e-Mobilen Gemeindebus“. Dort wurden die Einwohner auch in die Planung mit einbezogen.
    Förderung aufgrund Elektromobilität in Verbindung mit Werbeflächenvermarktung könnte deutlich zur Kostendeckung beitragen und den Fahrpreis erschwinglich gestalten.
  • Im Sommerhalbjahr: Wasserspender mit Sprühnebel. Ein Oberselterser Werbeaufdruck würde sich da gut machen.

Den vorstehenden Punkten gemein ist, dass sie dazu geeignet erscheinen die Häufigkeit- und/oder Verweildauer eines Altstadtbesuchs zu erhöhen. Wer länger und häufiger an einem Ort ist, wird sicher auch verstärkt das Angebot von Einzelhandel und Gastronomie in Anspruch nehmen.
Inwieweit jetzt die obenstehenden Maßnahmen tatsächlich in Bad Camberg umsetzbar oder erfolgsversprechend sind, bleibt einer Prüfung/einem Versuch überlassen.
Zumindest ein Denkanstoß könn(t)en sie sein.

 

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3 Kommentare zu „Ladensterben? NEIN DANKE!“

    1. Hallo Frau Nieder,
      so ähnlich habe ich mir das im Endergebnis auch vorgestellt. Zum Start ein Laden, der regionalen Anbietern eine dauerhafte Verkaufsplattform bietet. Eine kleine Markthalle (wobei der Begriff „Halle“ nicht wörtlich zu nehmen ist) wäre dann die Vollendung dieser Vision. Vielleicht finden sich noch mehr Befürworter dieser Idee? Eine Grundtendenz/Stimmungsbild könnte man eventuell schon über soziale Netzwerke abfragen.

      Gruß nach Würges
      Jens-Peter Vogel

  1. Pingback: Mut zur Lücke! – Jens-Peter Vogel – Ihr Bürgermeisterkandidat für Bad Camberg

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