Barrieren abbauen

Barrierefreiheit ist in einer stetig älter werdenden Gesellschaft ein Thema, das uns alle betrifft. Allgemein versteht man darunter meist eine bauliche Gestaltung von öffentlichem Raum und Gebäuden, die es auch in ihrer Beweglichkeit Eingeschränkten möglich macht, diesen Raum zu nutzen.
Übertragen wird dies oft auch auf die Internetnutzung.

Ich setze gedanklich nicht erst bei kostenintensiven Umbaumaßnahmen an, meines Erachtens können wir alle bereits im Alltag ohne viel Aufwand die Barrierefreiheit fördern.
Gehen Sie einmal mit offenen Augen durch die Stadt. Wie oft kommt es vor, dass Sie vom Gehweg auf die Straße ausweichen müssen, weil der Bewuchs angrenzender Grundstücke ein Vorbeigehen unmöglich macht? Mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen ist das nicht nur lästig, sondern unter Umständen auch gefährlich.
Das Gleiche gilt für allzu gedankenloses Parken. Der Parkdruck in einigen Bereichen führt dazu, dass gerne auf dem Gehweg geparkt wird. Überwiegend wird dies auch ohne entsprechende straßenverkehrsbehördliche Ausweisung (Markierung, Verkehrszeichen) gemacht und meist auch stillschweigend geduldet. So mancher Fahrzeugführer macht sich dabei leider keine Gedanken über die Restbreite des Gehweges und den Platzbedarf eines Rollstuhles oder Kinderwagens.
Barrierefreiheit setzt für mich schon beim Sich-bewusst-Werden, dass eigene Nachlässigkeit oder Gedankenlosigkeit für andere zur schwer überwindbaren Hürde werden kann, an.
Diese Erkenntnis ist bereits ein erster wichtiger Schritt.
Unstrittig können und müssen sich bauliche Erleichterungen anschließen. Dieser Prozess wird nicht ad hoc abzuschließen sein und gerade auch im Altstadtbereich einige Herausforderungen bereit halten.

Bauliche Maßnahmen sind dabei vielfältig:

  • Rampen als Ergänzung zu Treppen
  • Handläufe auch bei kleinen Absätzen
  • Bordsteinabsenkungen in Querungsbereichen
  • An das Höhenniveau des Einstieges bei Bussen angepasste Gehwege im Haltestellenbereich/ggf. verstärkter Einsatz von Niederflurbussen
  • Direkte Wege ermöglichen durch Schaffung von Durchgängen (negatives Beispiel derzeit: Parkplatz ggü. Ärztehaus Pommernstraße; um zur Fußgängerampel zu gelangen, muss erst ein Bogen bergan gemacht werden, da die Parkplatzeinfriedung für Rollstuhlfahrer nicht überwindbar ist)
  • Weitere Ausrüstung der Fußgängerampeln mit Akustiksignalen, um auch Sehbehinderten deren sichere Nutzung zu ermöglichen
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  • Sogenannte taktile Bodenleitsysteme (durch Rillen und Punkte gekennzeichnete Bodenbeläge) als Orientierungshilfe für Sehbehinderte
  • Gut wahrnehmbare Hinweisschilder auf behindertengerechte Zugänge öffentlicher Gebäude; Zugänge ggf. auch mit elektrischem Öffner (wie im Kurhaus)
  • Unberechtigte Nutzung von Behindertenparkplätzen nicht tolerieren
  • „Stolperfallen“ (z. B. aufgrund verschobener oder beschädigter Gehwegplatten) durch regelmäßige Kontrollen/Instandsetzungen vermeiden
  • Kurparkbrücke

Weil es gerade zum Thema passt, möchte ich hier auch kurz auf die Internetnutzung eingehen. Die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook, werden gern genutzt, um sich anderen mitzuteilen. Leider ist dafür eine Anmeldung inklusive Zustimmung zu datenschutzrechtlich bedenklichen Nutzungsbedingungen notwendig. Ich nutze zwar auch Facebook, aber mir war es wichtig auch diejenigen anzusprechen, die Facebook aus nachvollziehbaren Gründen ablehnen. Deswegen habe ich meine Homepage als Blog gestaltet. Im Grunde genommen nicht viel anders als Facebook-Beiträge, nur mit dem Vorteil, dass nicht die Barriere einer Anmeldung überwunden werden muss. Manchmal ist es gar nicht so schwer, Brücken zu bauen und Hindernisse zu überwinden.

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