Alte „Neuigkeiten“

Nichts ist älter als die Zeitung von gestern. Während die Zeitung vom Vortag meist im Altpapier landet und mit ihr auch die tagesaktuellen Nachrichten, vergisst das Internet fast nie und man kann Jahre später noch Informationen abrufen.
Wenn man diese vorgeblich zur Meinungsbildung verbreitet, sollte man sie auch vollständig und nicht zusammenhanglos wiedergeben, da es sonst reine Stimmungsmache ist.
Über die Motivation solchen Handels kann sich jeder selbst Gedanken machen.

Vor rund 8 Jahren habe ich an der Volkshochschule in Limburg Finanzbuchhaltungskurse belegt, um das Wissen aus dem Studium aufzufrischen und zu vertiefen. Anlässlich eines Kurstreffens hat der Dozent geklagt, dass man in seinem Heimatort Weinbach keinen Bürgermeisterkandidaten hätte.
Fast im Nebensatz hat er dann mich gefragt, ob das bei meinem beruflichen Hintergrund nichts für mich wäre.
Ich habe mir damals einen Tag Bedenkzeit ausgebeten und bin spontan mit meiner Frau durch alle Weinbacher Ortsteile gefahren, um mir ein Bild zu machen. Zu dem Zeitpunkt (Anfang September 2008) kannte mich in Weinbach niemand. Die Entscheidung musste schnell fallen, da die Abgabefrist für die Wahlvorschläge unmittelbar bevorstand.

Trotz der nur noch knapp zwei Monate an verbleibender Wahlkampfzeit (Wahltermin war der 9. November 2008) habe ich mich für eine Kandidatur entschieden und bin gegen den Amtsinhaber angetreten.
43,2 % für mich abgegebene Stimmen sehe nicht nur ich als beachtliches Ergebnis, hier findet man einen kurzen Bericht. Zu einem Wahlsieg haben mir damals nur 165 Stimmen gefehlt.
Mein gutes Ergebnis führe ich darauf zurück, dass viele Wähler erkannt haben, dass neben Ideen und Zielvorstellungen auch das nötige Handwerkszeug, sprich eine Verwaltungsausbildung, eine große Rolle spielt.

Kleine Anekdote am Rande:
Seinerzeit war mein Wahlkampfmotto „Der Mensch im Vordergrund“, heute ist es „Der Mensch im Mittelpunkt“.
Die Kernaussage bleibt gleich und ist für mich so etwas wie ein Lebensmotto:
Unser Handeln und unsere Entscheidungen sollten sich am Wohl der Menschen orientieren.

2 Gedanken zu „Alte „Neuigkeiten““

  1. Sehr geehrter Herr Vogel,

    auch ich habe mich öffentlich bei Facebook am 19.10.16 zu dem Thema geäußert. Ich sehe es nicht als reine Stimmungsmache, sondern als Aufklärung bzw. Anstoß zum Nachdenken oder einer Diskussion. Der Grund dafür ist bekanntlich ganz einfach, aber ich erwähne ihn gerne noch einmal, weise aber darauf hin, dass er rein aus meiner persönlichen Sichtweise bzw. Empfindung kommt.
    Parteiunabhängig oder Parteiübergreifend, wie auch immer Sie das nennen möchten, heißt für mich das der Kandidat frei und unabhängig ist, maximal Mitglied einer Partei ist. besser war.
    Aber Sie Herr Vogel, schießen im wahrsten Sinne des Wortes definitiv den Vogel ab. Sie sind nicht nur Mitglied der Sozialdemokraten in Bad Camberg, sondern auch noch Stadtrat und Vorsitzender der SPD. So zu sagen der Frontmann, die Galionsfigur der Sozialdemokratie in Bad Camberg.
    Und diese Tatsache ist es, die mich dazu bewegt hat meinen Kommentar zu verfassen. Ich sage Ihnen ganz ehrlich, das ist der Punkt warum ich Ihnen kein Vertrauen schenken kann, bzw. dies verloren geht. Schaue ich mir das ganze Wahlkonzept an, incl. Farbgebung, Design etc., könnte man das schon fast als Täuschungsversuch werten, was dabei rauskommt kennen Sie sicher noch aus Ihrer schulischen Laufbahn. Genauso empfinde ich es und nehme es auch so war. Wenn ich mir jetzt Ihr Programm und die Ziele anschaue, denke ich bei jedem Satz nach, was ich davon noch glauben soll.
    Ich hätte Sie gerne mit stolz geschwellter Brust als Bürgermeisterkandidaten der SPD gesehen, der sich offen und ehrlich zu seiner politischen Überzeugung und seiner SPD bekennt. Aus meiner Sicht, haben Sie das Pulver leider verschossen und sind eher ins Abseits statt in den Mittelpunkt gerückt.
    Über Ihre Kandidatur vor acht Jahren bin ich eher durch Zufall gestolpert, dachte aber das es erwähnenswert ist.

    Ich denke damit ist alles gesagt.

    Herzlichst Ihr

    Elmar G. Landwehr

    1. Sehr geehrter Herr Landwehr,

      ich bin mir nicht sicher, ob wir uns auf denselben Facebook-Beitrag beziehen, aber wenn jemand einen Link postet, der auf den ersten Blick suggeriert, ich würde zeitgleich für zwei Kommunen kandidieren, dann auf entsprechende Nachfrage nach der Zulässigkeit solchen Handelns wider besseres Wissen lapidar antwortet „Eine Info, über die sich jeder selbst Gedanken machen kann. Mehr sage ich nicht dazu“, dann ist das definitiv keine Aufklärung sondern Stimmungsmache.

      Meine Kandidatur erfolgt parteiübergreifend durch eine Wählerinitiative mit entsprechenden Unterstützerunterschriften. Dies hat seinen Grund darin, dass ich eben ganz klar auch signalisieren möchte, dass ein strikter Parteigehorsam von mir nicht zu erwarten ist. Beispielhaft anführen möchte ich nur, dass ich mich zum Thema B-8-Umgehung via Leserbrief ganz klar gegen meinen Parteigenossen Marius Weiß, seines Zeichens Landtagsabgeordneter aus Idstein, positioniert habe.
      Sie schreiben, Sie hätten mein Programm und meine Ziele gelesen. Dann ist mir unverständlich, dass Sie bei der Lektüre meiner Infobroschüren nichts zu meiner politischen Heimat gefunden haben. Die Aussage zu Ortsvereinsvorsitz und SPD-Mitgliedschaft habe ich extra zu Beginn eines Absatzes stehen, damit sie nicht im Text untergeht.
      Täuschen ist nach meinem Verständnis ein wissentliches Vorenthalten entscheidungsrelevanter Tatsachen oder gar Vorspiegeln falscher Tatsachen.
      Beides habe ich mir objektiv nicht vorzuwerfen, auch wenn Sie persönlich das anders sehen.
      Ich bedauere, dass Sie offensichtlich bei Ihrer Wahlentscheidung Ideen, Einsatzbereitschaft oder Qualifikation von Kandidaten nicht ins Kalkül ziehen.
      Es ist natürlich angenehmer, jemandem zu vertrauen, der einem eine Verbesserung der Lebensumstände bei gleichzeitig stabilen Gebühren und Steuern verspricht.
      Die allgemeine Lebenserfahrung bestätigt aber, dass diese Quadratur des Kreises niemand vollbringt.
      Wünschen würde ich mir, dass Sie auch im Falle eines Wahlsieges Ihres Wunschkandidaten nach 6 Jahren einmal ehrlich Bilanz ziehen. Vielleicht ändert das dann zukünftige Entscheidungsprozesse.

      Gruß und ein schönes Wochenende
      Jens-Peter Vogel

Schreibe einen Kommentar