Werden Behauptungen durch stete Wiederholung zu Fakten?

In den letzten Wochen häufen sich die Pressemitteilungen einer Partei. Ob nun der Fraktionsvorsitz oder der Posten des Ortsvereinsvorsitzenden neu besetzt wurde, jeder noch so kleine Anlass wird für für eine Pressemitteilung genutzt. Soweit so gut, generell ist ja nichts gegen Werbung in eigener Sache zu sagen. Jeder nach seinem (Geltungs-)Bedürfnis.
Bedenklich finde ich das nur, wenn offensichtlich dieser vermeintliche Anlass primär dazu dient, kontinuierlich Behauptungen zu verbreiten, bis diese von unkritischen Lesern als Fakten aufgenommen werden.
Ich möchte beispielhaft einmal einige Punkte aufgreifen.

„Verfehlte Personalpolitik in der Verwaltung“?
Personalentscheidungen werden durch das Gremium Magistrat getroffen, dem nicht wenige Mitglieder der pressemitteilungsbedürftigen Fraktion angehören. Selbst wenn es bei den wenigen Personalentscheidungen seit April 2017 Fehlentscheidungen gegeben hat, so sind diese nicht unwesentlich unter Mitwirkung der betreffenden Fraktion erfolgt.

„Passiver Bürgermeister ohne Ambitionen und eigene Ideen“?
Belebung der Altstadt durch Etablierung eines Wochenmarktes auf dem Marktplatz, Ansiedlung eines Weltunternehmens wie Brita oder neue Veranstaltungen wie z. B. die Bad Camberger Wissenschaftstage belegen meines Erachtens weder Passivität noch Ideenlosigkeit.

Ich sehe mich nicht in einer Rechtfertigungssituation gegenüber den Behauptungen einer bestimmten Partei, aber ich möchte die Leserinnen und Leser entsprechender Pressemitteilungen motivieren, die Pressetexte nicht einfach als Fakten oder objektive Berichterstattung hinzunehmen, sondern kritisch zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Wer meint, durch Diffamierung anderer an eigener Größe zu gewinnen, ist eigentlich schon geschrumpft…