Doppelte Arbeit, erst Wasserleitungs- jetzt Fahrbahnsanierung?

Warum werden die Verlegung von Wasserleitungen (Stadtwerke Bad Camberg) und Straßenbauarbeiten (HessenMobil) nicht gemeinsam ausgeführt?

Die Bürger könnten den Eindruck gewinnen, hier wird Geld zum Fenster hinausgeworfen. Erst reißen die Stadtwerke die Straße auf, verlegen eine neue Wasserleitung und nur wenige Tage und Wochen später wird die gesamte Straße erneut aufgerissen.
Bereits in der Planungsphase der Straße wurden die Stadt bzw. die Stadtwerke über die Arbeiten informiert und ein Planungsgespräch geführt. Bei diesem Planungsgespräch mit HessenMobil zeigte sich, dass die Straßenbauarbeiten nur den Asphaltaufbau betrafen. Diese Asphaltarbeiten werden unter Vollsperrung ausgeführt. Man rechnete mit einer Bauzeit von 6-8 Wochen.
Die Stadtwerke hatten im Bereich der Bahnhofstraße bereits vor einigen Jahren die Kanalleitungen mittels Inliner saniert. Die Wasserhauptleitungen waren bereits als erneuerungsbedürftig eingestuft. In den letzten fünf Jahren war es in der Bahnhofstraße zu 7 Rohrbrüchen gekommen. Die zu erneuernde Wasserhauptleitung hat insgesamt eine Länge von 750 m. Zusätzlich sind 7 Seitenstraßen einzubinden und 37 Hausanschlüsse an die neue Wasserleitung anzuschließen. Die Verlegung einer Wasserleitung kann unter halbseitiger Straßensperrung erfolgen. Die Bauzeit für die Wasserleitungsarbeiten wurde auf 7 Monate geschätzt.
Die Verlegung einer Wasserleitung bedarf anderer Fachkräfte als die Asphaltarbeiten, sodass die beiden Arbeiten in den Unternehmen durch unterschiedliche Kolonnen ausgeführt werden. Die lange Bauzeit bei den Wasserleitungsarbeiten und die erforderliche Vollsperrung für die Straßenbau-arbeiten waren nicht kompatibel. Die Einschränkungen für Anlieger und Geschäftsleute durch die Vollsperrung über mehrere Monate waren nicht akzeptabel. Zusätzlich hätten die Stadtwerke Bad Camberg bei den gemeinsamen Arbeiten sich an den Kosten für die überörtlichen Umleitungen während der Vollsperrung beteiligen müssen.
Unter diesen Randbedingungen wurde von allen Beteiligten eine getrennte Abwicklung als zielführend angesehen.
Das vermeintlich sinnlose Asphaltieren des Leitungsgrabens ist zudem auch als Schutz für die betroffenen Anlieger in der Bahnhofstraße zu sehen. Die Lärmbelastungen durch nur geschotterte Leitungsgräben – vor allen Dingen in den Nachtstunden und bei der vorliegenden Verkehrsbelastung in der Bahnhofstraße – ist für die Anlieger unzumutbar.
Der nun ausgebaute Asphalt ist kein Bauschutt, sondern wird nach Kreislaufwirtschaftsgesetz im Straßenbau wieder eingesetzt.

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