Fakten zur Bahnhofstraße/-brücke

Die Bahnhofstraße (L 3031) erfährt aktuell eine Sanierung in drei Bauabschnitten. Mit dem zweiten Bauabschnitt beginnt auch die Sperrung der Brücke, deren Sanierung voraussichtlich bis zum Jahresende dauern wird.
Da es sich um eine Landesstraße handelt, liegt die Hoheit für die Durchführung und auch die verkehrsregelnden Maßnahmen nicht bei der Stadt Bad Camberg sondern bei HessenMobil. Hierzu gab es im Vorfeld verschiedene Abstimmungstermine unter anderem mit Polizei, ÖPNV-Vertretern, Stadtbauamt, Verkehrsbehörde. Allen Beteiligten sind die starken Beeinträchtigungen bewusst, viele Varianten wurden erörtert und schließlich die jetzigen Umleitungsstrecken ausgewählt.
Natürlich erscheint es bei einfacher Betrachtung naheliegend, den Verkehr über Wirtschaftswege (Verlängerung Emsstraße) zu leiten und die für Begegnungsverkehr mangelnde Fahrbahnbreite dann gegebenenfalls durch eine Baustellenampelanlage und einspurigen Verkehr zu kompensieren.
Tatsächlich ist es aber so, dass bei Freigabe dieser Wege die Verkehrssicherungspflicht und damit die Haftung für Schäden, die sich aus der eigentlich nicht vorgesehenen Nutzung ergeben, bei der Stadt liegt.
Dies ist aber nur eine Komponente, für die man vielleicht für einen kurzen Zeitraum und wenig zu erwartenden Verkehr bewusst auf Risiko gehen könnte.
Wir reden hier aber von rund einem halben Jahr Dauer und sehr hohem Verkehrsaufkommen. Für diesen Zeitraum wäre von starkem Rückstau an den Baustellenampeln und langen Räumungsphasen der Wegstrecke auszugehen.
Für Einsatzfahrzeuge, wie z. B. Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge, hätte dies enorme Verzögerungen zur Folge, wenn ein Einsatz im Gewerbegebiet oder auf der BAB 3 ansteht. Die Beeinträchtigungen für die Landwirtschaft, die die eigentlich Nutzungsberechtigten darstellt, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.
Mit den Landwirten habe ich kürzlich nach einer Lösung für die Erntezeit gesucht, welche möglichst wenig Einschränkungen für die Anlieger zur Folge hat. Heutige Maschinen beanspruchen einen großen Teil der vorhandenen Fahrbahnbreite, so dass in Teilen der Eichendorff-, Grillparzer- und Hölderlinstraße zusätzliche Haltverbote während der Erntezeit angeordnet werden mussten.
Die vor der Bahnbrücke angebrachten Poller waren so gestaltet, dass Einsatzfahrzeuge und landwirtschaftliche Fahrzeuge sie passieren konnten.
Diejenigen, die diese jüngst erst entfernt und in der Folge zerstört haben, um einige Minuten Fahrzeit abzukürzen, haben sich zwar nur wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung zu verantworten, sollten sich aber auch bewusst sein, dass unter Umständen auch Opfer nicht rechtzeitig ankommender Rettungsfahrzeuge auf ihrem Gewissen lasten.
Seitens der Stadtverwaltung wird mit einem Mix von baulichen Maßnahmen (=Poller) und Kontrollen im Rahmen der personellen Kapazitäten versucht, diesen Bereich für die vorgenannten Nutzungen frei zu halten.


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